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Das Handels-H-Modell

Das von Prof. Dr. Jörg Becker entwickelte Handels-H-Modell stellt eine domänenspezifische Architektur für die Daten- und Prozesssicht eines Informationssystems im Groß- und Einzelhandel dar. Aufgrund seiner Struktur mit einer Detaillierung über vier Ebenen und ein durchdachtes Konfigurationskonzept lässt es sich leicht an die Bedürfnisse verschiedener Betriebsformen von Handelsunternehmen anpassen sowie auf andere Branchen übertragen.

Zusammen mit unserem eigens entwickelten Prozessmanagement-Tool icebricks hat sich das Handels-H-Modell bereits in einer Vielzahl von Prozessmanagement-, Softwareauswahl- und Softwareeinführungs-Projekten bewährt.

Der Ordnungsrahmen – Die Struktur

Der Ordnungsrahmen des Handels-H-Modells setzt auf das bewährte Referenzdesign „Haus“. Die typischen Kernprozesse eines Handelsunternehmens sind in Form eines „H“ angeordnet, während die Managementprozesse das Dach und die Supportprozesse das Fundament bilden. Das Referenzmodell sieht eine Detaillierung über vier Ebenen vor:

Die Elemente des Ordnungsrahmens stellen die Verknüpfung zur zweiten Ebene, der Hauptprozessebene, dar. Die Elemente eines Hauptprozesses verweisen wiederum auf den korrespondierenden Detailprozess. Die Elemente eines Detailprozesses werden Prozessbausteine genannt. Diese können durch Attribute und die Ablage von Dokumenten näher beschrieben werden.

Die Kernprozesse - Das "H"

Das „H“ repräsentiert die Kernprozesse eines Handelsunternehmens. Sie leiten sich aus der Kernkompetenz des Handels ab und sind für die Wertschöpfung verantwortlich. Um den Spezifika unterschiedlicher Geschäftsarten wie stationärem Einzelhandel, Streckengeschäft oder Zentralregulierungsgeschäft Rechnung zu tragen, werden durch die Anpassung von Kernprozessen Varianten des Handels-H-Modells gebildet.

Die Managementprozesse - Das "Dach"

Das Dach des Modells setzt sich aus den Hauptprozessen Controlling, Business Intelligence und Unternehmensplanung zusammen, in denen die Daten aus den operativen Systemen in komprimierter Form zusammenfließen und eine Entscheidungs- und Planungsgrundlage für die Entscheidungsträger des Unternehmens bilden.

Die Supportprozesse - Der "Sockel"

Die warenwirtschaftlichen Aufgaben des “H” werden um die betriebswirtschaftlich-administrativen Aufgaben der Haupt- und Anlagenbuchhaltung, der Kostenrechnung und der Personalwirtschaft im Sockel des Handels-H-Modells ergänzt. Diese Supportprozesse unterstützen die Kernprozesse, erzeugen jedoch selbst keinen direkten Kundennutzen. Sie sind für die Funktionsfähigkeit der Kernprozesse aber unverzichtbar.

Ihr individuelles Modell
mit icebricks

Mit Hilfe unserer icebricks-Methode und der gleichnamigen Prozessmodellierungssoftware setzen wir gemeinsam mit Ihnen eine unternehmensindividuelle Adaption des Handels-H-Modells um.

Die icebricks-Methode führt Sie vom Ordnungsrahmen über die Hauptprozesse zu den Detailprozessen, die durch Prozessbausteine beschrieben werden. Das icebricks-Werkzeug ist die IT-technische Umsetzung der icebricks‑Methode in Form einer modernen Web-Applikation, mit der Sie effizient und übersichtlich durch Ihre Modelle navigieren und diese intuitiv bearbeiten und erweitern können.

Erfahren Sie mehr.

Vertiefende und weiterführende Literatur

Becker, Jörg; Winkelmann, Axel:

Handelscontrolling: Optimale Informationsversorgung mit Kennzahlen

4. Aufl., Springer Gabler, 2019. ISBN: 3-662-56833-0.

Becker, Jörg; Schütte, Reinhard:

Handelsinformationssysteme

2. Aufl., Redline Wirtschaft, Frankfurt am Main, 2004. ISBN: 3-478-25590-2.